Zusammen mit den örtlichen Sozialdemokraten Hans Eisner (Ortsvereins-Vorsitzender der SPD Waldkirchen) und Andreas Pietzsch besuchte SPD-MdL Roos das Berufsschulzentrum Waldkirchen, um mit Schulleiter Uwe Burckhardt und seinem Stellvertreter Hans Moser Veränderungen der Schullandschaft zu erörtern.
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Zunächst ging es um die schulische Infrastruktur. Für Schulleiter Burckhardt steht eine Generalsanierung des Schulgebäudes an, welche nicht unter 15 Mio. Euro durchführbar sei und wozu man Fördermittel des Staates brauche. Der Schulleiter teilte dem Abgeordneten auch mit, dass man ins Berufsschulzentrum Waldkirchen eine FOS 13 bzw. eine BOS integrieren wolle, da es eine immer größer werdende Tendenz zum höheren Bildungsabschluss gebe. Für die Genehmigung einer BOS-Klasse sei eine gewisse Schülerzahl notwendig, die man, so zeigte sich Burckhardt überzeugt, aber im kommenden Schuljahr erreichen werde.
Gesprochen wurde auch über die Situation der Auszubildenden. Der stellvertretende Schulleiter Moser bedauerte, dass die Industrie immer weniger ausbilde und bestätigte auf Nachfrage von Hans Eisner, dass es Klassen gänzlich ohne Lehrvertag gebe. Um dem entgegenzuwirken habe man sogenannte Vollzeit-Klassen mit Berufspraktika eingerichtet, für die es eine gute Vermittlungsquote gebe. Der Landtagsabgeordnete Roos stellte den Schulleitern in diesem Zusammenhang das Projekt „Joblinge“ vor. Dieses geht auf die Initiative des Leiters der Zwieseler Arbeitsagentur, Toni Fischer, zurück. Ziel sei es, jedem Jugendlichen eine Ausbildung zu gewähren. Zu diesem Zweck hätten die BMW/Kuhnheim-Stiftung gemeinsam mit der Boston Consulting Group eine gemeinnützige AG geschaffen, die schwer vermittelbaren Jugendlichen eine Chance bieten soll. Unterschreiben die Jugendlichen einen Vertrag, so finden sie Aufnahme in dieser AG. Roos erklärte, „Joblinge“ sei für beide Seiten vorteilhaft: zum einen werde die Wirtschaft gebunden und gezwungen, Anteile zu zeichnen, zum anderen müßten sich die Jugendlichen, wenn sie aufgenommen werden wollten, sich Leitlinien unterwerfen und Lernwilligkeit zeigen. Das Projekt „Joblinge“ wurde, wie der MdL erklärte, bereits auf den Landkreis Regen und auf die Stadt München ausgedehnt und wird bald auch in Berlin getestet. Der SPD-Landtagsabgeordnete wünscht sich dieses Projekt auch für sein Betreuungsgebiet, die Landkreise Freyung-Grafenau, Passau, Rottal-Inn, denn, so Roos, „Keiner darf verloren gehen, man muß jede Chance für die Formung des jungen Menschen nutzen!“ Schulleiter Burckhardt wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass seine Schule ein sogenanntes „Patenmodell“ eingeführt habe, bei dem den Berufsschülern während der Ausbildung ein Arbeit-oder Unternehmer mit gewisser Position als Ansprechpartner zur Seite steht und sie gewissermaßen als „Pate“ an der Hand nimmt.
Ein weiteres Thema war die Aufsplitterung der Berufe. Für den stellvertretenden Schulleiter sollte diese wieder rückgängig gemacht werden, da durch die zu große Aufsplitterung die Bildung von Fachklassen sehr schwierig sei. Er plädierte statt dessen für eine ca. drei ein halbjährige Grundausbildung, an die sich dann eine spezielle Ausbildung anschließen könne.
Abschließend stellte der MdL den Schulleitern das neue Bildungs-und Gemeinschaftsschulkonzept der SPD vor, bei dem, so Roos, „vor allen Dingen das Wohl des Kindes und gezielte individuelle Förderung“ im Mittelpunkt stünden.
