Auch in Bayern wird die Schere zwischen Arm und Reich immer größer

Presse

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung bekannt gibt, liegt die Armutsrisikoquote in München mit 9,8% deutlich unter dem Wert anderer bundesdeutscher Großstädte, deren Quoten zwischen 13,1% und 27,0% liegen. Dies geht aus den Ergebnissen des Mikrozensus 2008 hervor, der die größte jährliche Haushaltsbefragung der amtlichen Statistik darstellt.

Innerhalb Bayerns zeigt sich dabei ein deutlicher Gegensatz zwischen den wirtschaftsstarken Regionen München, Ingolstadt, Allgäu, und Oberland mit einem vergleichsweise geringen Armutsrisiko von 8,2% bzw. 8,4% bzw. 8,7% und dem Norden Bayerns, wo die Armutsrisikoquote in den Raumordnungsregionen Würzburg mit 14,1% bzw. Oberfranken-Ost mit 14,5% sehr hoch ist. Die Armutsrisikoquote bezeichnet gemäß EU-Definition den Anteil derjenigen Personen, die mit weniger als 60% des mittleren Einkommens der bundesweiten Bevölkerung auskommen müssen. Auch für den Raum Niederbayern liegt mit 10,6% eine nicht geringe Armutsrisikoquote vor; und für die Raumordnungsregion Donau-Wald (Bayerischer Wald) beträgt das Risiko, arm zu werden 12,9%.

Der Passauer SPD-MdL Roos nahm die Zahlen zum Anlass, massive Kritik an der Politik der Bayerischen Staatsregierung zu üben. Roos: „Betrachtet man die Statistik, so muss man feststellen, dass das vielzitierte Wort Erwin Hubers von der „Aufsteigerregion Niederbayern“ bloßem Wunschdenken angehört.“ Die Zahlen, so der Abgeordnete weiter, belegten, dass die schwarz-gelbe Koalition in München nicht im Geringsten an sozial bzw. regional ausgewogener Politik interessiert sei. Gerade der Bayerische Wald brauche aber begleitende Strukturprogramme. Diese, so Roos, würden selbst innerhalb der CSU von den örtlich verantwortlichen Abgeordneten gefordert. So habe etwa Konrad Kobler vor dem „Ausbluten des Bayerischen Waldes“ gewarnt. Für Roos ist klar, dass im Falle einer Regierungsverantwortung der bayerischen Sozialdemokraten mehr soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit in Bayern Einzug halten würden, weil diese „ureigenste Themen“ der SPD seien.

 
 

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