„Nachhaltigkeit“ als Brücke zwischen konventioneller und ökologischer Landwirtschaft

Presse


Heinrich Freund, Leiter des Lehr-, Versuchs- und Fachzentrums (LVFZ) für Ökologischen Landbau und Tierhaltung in Kringell bei Hutthurm empfing den Passauer SPD-Landtagsabgeordneten Bernhard Roos.

Das Fachzentrum für Ökologischen Landbau umfaßt eine Fläche von 35 ha und gehört zur Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL). Ursprünglich aus einer „Viehwoad“ entstanden, ging Kringell 1962 in die Hände des bayerischen Staates über, ab 2001 baute man es zum Öko-Zentrum aus. Seit Mitte des letzten Jahrhunderts ist Kringell auch Lehrzentrum und unterstützt die berufliche Ausbildung zum ökologischen Landwirt durch sehr praxisnahen Unterricht als „hoheitliche Aufgabe“. Darüber hinaus ist das LVFZ mit 26 Beschäftigten und 8 Auszubildenden als Arbeitgeber tätig. Dies zu hören freute MdL Roos, der sich bei Heinrich Freund nach der „Ausbildungsfähigkeit der Schüler“ erkundigte. Der Leiter des LVFZ verwies mit Blick auf die Partnerschaft mit der Bio-Berufsschule in Schlägl, Österreich, von der Praktikanten nach Kringell kommen, darauf, dass die Schüler aus dem Nachbarland begeisterter bei der Sache seien. Freund führte dies darauf zurück, dass es wohl in Österreich im Gegensatz zu Deutschland noch mehr „Selbstbewußtsein für das Bauern-Dasein“ gebe und appellierte, das „regionale Denken“, in Deutschland zu stärken, denn gerade „regionale Identität“ brauche man in der Landwirtschaft.
Der Leiter des LVFZ erklärte dem interessiert zuhörenden MdL Roos einige Spezifika des ökologischen Landbaus. Kringell werde gleichzeitig ökologisch und trotzdem „intensiv“ bewirtschaftet, mit „hohen tierischen Leistungen“. Dabei sei der Begriff der „Nachhaltigkeit“ von ganz besonderer Bedeutung, denn sie stelle die Brücke zwischen konventioneller und ökologischer Landwirtschaft dar. „Nachhaltigkeit“ sei dabei ganz wörtlich zu interpretieren, nämlich in dem Sinne, sich darüber Gedanken zu machen, „wie etwas nachwirkt“, positiv oder negativ. Als Beispiel für gelungene Nachhaltigkeit führte Freund „regionale Eiweißfuttermittel“ wie Ackerbohnen, Sojabohnen, Erbsen und Lupinen an und stellte dem Abgeordneten den Begriff der „Kurzrasenweide“ vor, bei der die Tiere schon Ende März auf eine Weide hinausgetrieben werden; auf der das Gras immer kurz bleibt.
Generell, so Freund, gelte für einen Ökobauern, dass er nicht nur auf Ertrag und Gewinn schielen dürfe, sondern u.a. auf eine genaue Kontrolle seiner Produkte durch Zertifikate bzw. auf die Anerkennung durch Verbände Wert legen müsse. Er bedauerte, dass in den ökologischen Landbau nur 1/9 dessen investiert werde, was man in die konventionelle Landwirtschaft stecke. Man habe immer noch alle Hände voll zu tun, um Vorurteile gegenüber der Öko-Landwirtschaft abzubauen. MdL Roos meinte zu den Ausführungen des LVFZ-Leiters, es sei wichtig die Botschaft, dass „die Landwirtschaft aller Mühe wert ist“ wieder fester im Bewußtsein der Menschen zu verankern. Dass die Landwirtschaft tatsächlich wertvoll ist, davon konnte sich der Politiker beim Rundgang durch das Agrarzentrum überzeugen: „Ich sehe nur glückliche Kühe und Schweine!“, so Roos.

 
 

WebsoziCMS 2,8.9 - 235108 -

WebsoziInfo-News

01.09.2010 19:28 Sparpläne gefährden soziale Balance
Die Bundesregierung hat im Rahmen ihres Sparpakets die Halbierung der Städtebauförderung von rund 600 auf 300 Millionen Euro auf den Weg gebracht. Eine Kürzung um 50% - das ist das Aus für viele Sanierungsvorhaben und Quartiersmanagements.

25.08.2010 18:40 Koalition reagiert endlich auf Datenschutzskandale
Nach dem Gesetzentwurf der Koalition wären die heimlichen Überwachungspraktiken, die Lidl, die Deutsche Bahn oder Burger King letztes Jahr für ihre Beschäftigen verwendet haben, erfreulicherweise nicht mehr erlaubt, dafür können Beschäftigte jetzt um so intensiver offen und permanent überwacht werden.

19.08.2010 17:00 Röslers Gesundheitspolitik ist sozial ungerecht und verantwortungslos
Mit dem Säumniszuschlag von bis zu 225 Euro pflückt die schwarz-gelbe Bundesregierung auch das letzte soziale Feigenblatt von den Zusatzbeiträgen.

13.08.2010 18:39 Chipkarte ist kein Ersatz für kostenfreie Kitaplätze
Die Chipkarte ist kein Ersatz für den gebührenfreien Zugang zu Bildungseinrichtungen. Viel wichtiger ist es, dass endlich ausreichend Kitaplätze und vor allem eine schrittweise Gebührenfreiheit für die frühkindliche Bildung geschaffen werden.

12.08.2010 17:06 Schluss mit den Steuersubventionen für Niedriglöhne
Elf Milliarden Euro mussten allein 2009 aufgewandt werden, um Niedrigstlöhne durch ergänzende ALG-II-Leistungen aufzustocken. Damit muss endlich Schluss sein. Der Steuerzahler darf nicht länger die Geiz-ist-geil-Mentalität der Unternehmen subventionieren.

Ein Service von info.websozis.de

 

 

Du hast das Gehirn eines 4-Jährigen und ich wette, der Knabe ist froh, dass er es los ist!
[Groucho Marx, amerikanischer Komiker, Horse Feathers, 1931]