Arbeitszeitrecht stärker schützen!

Veröffentlicht am 16.05.2017 in Presse

MdL Roos kritisiert Arbeitszeitkampagne der vbw

 

Der Übergang zwischen Arbeit und Freizeit verläuft bereits jetzt fließend. 767 Millionen bezahlte und 911 Millionen unbezahlte Überstunden sprechen Bände. Abends mal kurz die Mails für die Arbeit checken – schon jetzt gang und gäbe. Und das zählt oft nicht einmal als Arbeitszeit. „Da steht die Forderung der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) nach der Abschaffung der Mindestruhezeit von 11 Stunden ziemlich alleine.“, meint MdL Bernhard Roos und kritisiert damit einen der Punkte, den die vbw in ihrer Arbeitszeitkampagne voranbringen will.

Die Vereinigung argumentiert genau in die andere Richtung: Arbeitgeber und -nehmer würden von dieser Regelung profitieren. Denn das Arbeitszeitgesetz soll laut vbw nicht mehr zeitgemäß sein. MdL Bernhard Roos sieht das anders und hat damit die geballte Mehrheit der Arbeitnehmer und ihrer Gewerkschaften hinter sich. Im Rahmen der neuesten Befragung der IG Metall mit einer Beteiligung von mehr als 680.000 Beschäftigten aus rund 7.000 Betrieben in Deutschland sprachen sich 96,4 Prozent gegen die Neuregelung der Höchstgrenzen und festen Ruhephasen aus. Weiterhin fordert die Vereinigung nämlich die Ausweitung der Tageshöchstgrenze von 10 Stunden auf einen Wochenhöchstsatz von 48h. „Unsere Arbeitnehmer wollen ein starkes Arbeitszeitgesetz – das war es gestern, das ist es heute und das wird es auch in Zukunft sein.“, bekräftigt der industriepolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. „Was die vbw fordert, dient allein den Arbeitgebern.“ Zwar versucht die Vereinigung, den Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, scheitert damit aber kläglich. „Wir wollen keine Erhöhung des Arbeitszeitvolumens.“ schreibt der Arbeitgeberverband beispielsweise auf der eigens für die Kampagne eingerichteten Homepage. „Vielleicht wollen sie das nicht, aber es wird zwangsläufig die Folge der geforderten Maßnahmen sein.“, fürchtet der Abgeordnete. „Arbeitnehmer können sich schon jetzt kaum vor Überstunden und Mehrarbeit retten. Burnout ist in vielen Fällen bereits vorprogrammiert.“

 

Die vbw wirbt indes mit der zunehmenden Flexibilität für Arbeitnehmer. „Das ist lachhaft.“, meint Roos. „Flexibilität bieten bereits jetzt Gleitzeit und mobiles Arbeiten.“ Die Arbeitszeitkampagne liefere lediglich verzweifelte Argumente, um den Arbeitgebern in Zukunft mehr Spielraum bei der Arbeitszeitgestaltung für ihre Arbeitnehmer zu geben. „Eine Höchstarbeitszeit von 10 Stunden am Tag ist vor allem in Berufen mit enormer körperlicher Arbeit und Anstrengung gerechtfertigt.“, so Roos abschließend. Das Arbeitszeitgesetz diene dem Schutz der Arbeitnehmer und das sollte es auch in Zukunft.